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Mameloschn

 

 2-3.06.08
Hier sollte nach dem eigenen Du gesucht werden. Das ganze Werden aus der Kindheit heraus durch die Jugend ist ein Suchen nach dem ich. So denkt man oft. Da es aber immer eines Spieglegenossens bedarf, um über Reflexion sich erkennen und verstehen zu könnne, entsteht mit den jahren eine Du-Instanz in uns.

Wir definieren uns über andere. Über andere Dinge, andere Menschen. Jedenfalls alles, was außerhalb uns selbst liegt. Selten einer wird zu der genialen Erkenntnis gelangen, schon mit 13-14 Jahren sich über sich selbst verstehen und definieren zu können. Man legt so oft sein Selbstbewusstsein und Stolz in die Augen anderer: Ihre Meinung über uns sagt, was und wer wir sind.

Irgendwann ist jeder Kindergarten vorbei Recht spät zwar (es kann 10 Jahre angefangen mit der Pubertät dauern)  und doch kommt einst der Moment, an dem man sich an der Wurzel packen will. Und dort ist das Du geboren. Das eigene Du, der eigene Kommentator des eigenen Fussballspiels. Doch diesen zu verstehen, seine Sprache greifbar und signifikant zu machen, das ist die Herausforderung an der Schwelle zum Erwachsenwerden.

 Die Gesichte ist allerdings zweibödig.

Mit 14 wanderte meine Familie aus der ukraine nach Deutschland aus und ich begann Deutsch zu lernen. Mit Russisch als Muttersprache in der Ukraine ist so oder so schon belächelnnswert, und doch war in der Sowjetunion damals Russisch für viele die Muttersprache. Ukrainisch lernte ich sogar nach Englisch und kann es heute serh schlecht, obwohl es ja offiziell und theoretisch meine Muttersprache sein müsste. Heute ist es für mich selbst auf Russisch schwierig, mache Dinge, besonders betreffend seelischer Angelegenheiten, auszudrücken, wohingegen auch Deutsch vieles nicht auszudrücken vermag. Die Muttersprache meiner Vorfahren war Jiddisch. Diese aus dem Mittelhochdeutschen stammende Sprache, die durchsetzt von Hebräischen und Slawischen Wörtern ist, gibt auch den Titelnamen dieses Blogblocks, denn Mameloschn heisst auf Jiddisch: Muttersprache. Genau diese zu finden, sich zu verstehen, seine Vergangenheit, Gegenwart und so weiter, ist das Ziel...

 

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